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Stadtrat

Schulentwicklung in Oberkochen

Was die Schulsituation in Oberkochen angeht, gab es einen Handlungsbedarf, da die Schülerzahlen zurück gingen und weiter zurückgehen werden. Und angesichts dieser Tatsache das Angebot aller Schulabschlüsse, die Oberkochen derzeit bietet, auch in Zukunft gewährleistet werden soll. Die Qualität der künftigen schulischen Leistung muss stimmen, das Konzept muss nachhaltig sein, wir reden über die nächsten Jahrzehnte! Das Konzept muss aus pädagogischer Sicht Sinn machen und die Kosten müssen zu bewältigen sein. Ein Konzept, das zwar aus pädagogischer Sicht ideal wäre, wegen der Kosten aber in den nächsten Jahrzehnten nicht umsetzbar wäre, macht keinen Sinn.

Das Vorgehen, mit Herrn Schiele einen neutralen Fachmann zu beauftragen, war richtig. Seine Vorgabe, nur pädagogische Aspekte zu berücksichtigen, war richtig. Sein Vorgehen, die Schulleitungen, die Kollegien und die Elternvertreter an einen Tisch zu holen und mit ihnen eine Lösung ohne Beteiligung der Verwaltung auszuarbeiten war ebenfalls richtig. Die Veranstaltung für die Eltern war wegen der Transparenz richtig. Die Beiträge waren jedoch meist von subjektiven Gedanken geprägt und nicht von langfristigen Überlegungen für die Sicherung des Schulstandortes Oberkochen.

Die SPD-Fraktion spricht sich letztlich auch für den Erhalt der Sonnenbergschule und ihre Verlegung an den jetzigen Standort der Tiersteinschule zusammen mit der Musikschule aus.
Begründung:
    1. Hätte die Sonnenbergschule ihre einzige Berechtigung in der Beschulung der derzeit 15 Oberkochener Schüler, so wäre der finanzielle Aufwand für den Erhalt in Oberkochen tatsächlich zu hinterfragen. Allerdings kommt der unabhängige Experte Herr Schiele in seinem Gutachten zu dem Schluss, dass „von den Experten dieser Schule an den allgemeinbildenden Schulen sowie Kindergärten Beratungs- und Betreuungsangebote stattfinden und diese Einrichtungen davon profitieren.“ Die Arbeit Sonnenbergschule ist damit von weit größerer Bedeutung für den Schulstandort Oberkochen als „nur“ die Beschulung der Kinder.
    2. Eine Zusammenlegung mit den anderen Schulen am Standort Dreißental empfiehlt sich aus unserer Sicht im Hinblick auf die besondere Situation der Kinder der Sonnenbergschule nicht. Auch in diesem Punkt stimmen wir mit den Empfehlungen Herrn Schieles überein.

Zur Idee der FBO, die Schulen in einem großen Schulkomplex am Tierstein zusammenzuführen:

So apart die Idee auf den ersten Blick ist, so undurchführbar ist sie aus den oben genannten Gründen. Es ist zwar einfach, in Google-Earth die Dreißentalschule auszuschneiden und an den Tierstein zwischen EAG und Tiersteinschule zu versetzen. Allerdings sollte man sich Gedanken über die Kosten und die Erschließung machen. Eine Erschließung für den Busverkehr, die Lehrer und die Eltern, die ihre Kinder morgens, mittags und nachmittags zur Schule fahren und wieder abholen, sei laut FBO nicht nötig, der Bus und die Eltern könnten ihre Kinder auch an der Schwörz herauslassen, was Bürgermeister zum Kommentar „hanebüchen“ veranlasste.

Schließlich sah sich sogar Stadtkämmerer Seimetz zu einer Stellungnahme veranlasst. Die Aufgabe und der Abriss der Dreißentalschule würde städtisches Vermögen in der Größenordnung von 4 Millionen Euro vernichten und der Standort am Tierstein würde ca. 12 Mio. Euro mehr kosten als der im Dreißental!
Die Folgekosten einer städtischen Investition betragen, so rechnete Seimetz vor, rund 7% der Investitionskosten. Da die Investitionen am Standort Tierstein rund 12 Mio. Euro mehr ausmachen als beim Standort Dreißental, würden die jährlichen Folgekosten fast eine Million Euro mehr betragen. Mit diesem Betrag würde der städtische Verwaltungshaushalt jährlich mehr belastet werden!!!

Seit Jahren beklagt die FBO, der Verwaltungshaushalt sei in Schieflage und müsse in Ordnung gebracht werden, eine Haushaltsstrukturkommission sei dafür nötig. Nun würde eben dieser Verwaltungshaushalt mit dem Vorschlag der FBO schnell mal um eine Million aufgebläht werden. Wie dies mit der Stellung der FBO als selbsternannte „Währungshüter“ in Einklang zu bringen ist, ist nicht nachvollziehbar.

Es ist ja gut, neue, unkonventionelle Ideen zu haben. Wenn sich aber herausstellt, dass diese Ideen wegen der Anbindung, wegen der riesigen Investitionssumme und vor allem wegen der enormen jährlichen Folgekosten nicht umsetzbar sind, dann muss man auch die Größe haben, diese Ideen wieder aufzugeben. Die Stadträte Beck und Marianek erkannten dies nach und nach und enthielten sich nach zäher Diskussion der Stimme bei der Abstimmung für den Standort Tierstein. Stadtrat Kresse wich allerdings bis zum Schluss nicht von seinem einmal eingeschlagenen Weg ab und tat alle Argumente dagegen (siehe oben) als „Totschlagargumente“ ab.

 

(rb)