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Verschobener politischer Aschermittwoch 2009 mit Ivo Gönner

So, da bin ich", rief der Oberbürgermeister von Ulm und Präsident des baden- württembergischen Städtetags, Ivo Gönner, dem Oberkochener SPD-Vorsitzenden Richard Burger am 5. März zu, als er nach zwei "missglückten" Versuchen auf Einladung des Ortsvereins zum "verspäteten Aschermittwoch" im Oberkochener Rathaus eintraf.
Wahrlich ein historischer Augenblick, denn ein verschobener politischer Aschermittwoch ist bis dato weltweit einzigartig.

Bürgermeister Peter Traub begrüßte den Gast entsprechend herzlich und bat ihn, sich in das Goldene Buch der Stadt einzutragen.

Im Anschluss daran bewies Ivo Gönner am Rednerpult eindrucksvoll, dass sich das Warten gelohnt hatte. Er erteilte jeglicher "politischer Kraftmeierei" eine klare Absage.
Präzise, in der Sache ernst, europapolitisch ausgerichtet, unterhaltsam und doch schwäbisch verwurzelt zog Gönner die Zuhörer im voll besetzten Bürgersaal in seinen Bann.

Er plädierte für ein neues, nicht bürokratisch sondern europäisch ausgerichtetes politisches Miteinander.
Demokratie muss gerade in den Städten und Gemeinden vorgelebt werden, denn sie sei längst nicht so gefestigt wie viele glaubten.
Die in Deutschland praktizierte kommunale Selbstverwaltung müsse in ganz Europa praktiziert werden, denn Fakt ist, so Gönners Feststellung, dass die Kommunen zukünftig immer mehr EU-Beschlüsse umsetzen müssen. Nicht zufällig finden die Europa- und Kommunalwahlen am selben Tag statt.

Äußerst besorgt beurteilte Gönner die europaweite Bevölkerungsentwicklung: Immer weniger Geburten bei steigender Lebenserwartung. Er prophezeite deshalb einen sich immer mehr verschärfenden, europaweiten "Wettbewerb um Einwohner". Sein Fazit zu diesem Thema lautete: "Wir sind nicht wirklich darauf vorbereitet". Deshalb, und da ist sich Gönner sicher, werde auf Städte, Gemeinden und deren Vereine ein immer härter werdender Wettbewerb um Einwohner und Mitglieder zukommen.

Zum Abschluss seiner Rede haute er dann doch noch in Aschermittwochsmanier verbal aufs Rednerpult. Er kritisierte eine Gesellschaft, in der trotz Milliardenverlusten der Millionengewinn der dafür verantwortlichen Manager garantiert scheint. Was an Kapitalismus derzeit zusammenbricht sei "abenteuerlich".
Die Last haben letztlich die Kommunen zu tragen: "Am Ende ist da ein Scherbenhaufen - und wir springen herum mit Schäufele und Kehrwisch".

Als Gastgeber dankte Oberkochens SPD-Vorsitzender Richard Burger dem Redner, den Besuchern und auch dem Reinhold-Hirth-
Ensemble, das mit seinem jazzigen Sound für die passende Atmosphäre sorgte.

 

(gh)