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Gernot Erler beim 10. politischen Aschermittwoch in Oberkochen

 

Über den mit mehr als hundert Zuhörern rappelvollen Bürgersaal war Richard Burger, der Vorsitzende des SPD-Ortsvereins Oberkochen, hocherfreut.

Staatsminister a. D. und MdB Gernot Erler ist ein Besuchermagnet aber kein Freund politischer Kampfreden, sondern ein Mensch, der seine Gedanken und Argumente ruhig und mit Bedacht formuliert und die Pointen gezielt und wohldosiert einsetzt.

Zur aktuellen Situation um den Bundespräsidenten meint er, die tollen Tage des Sammelns von Rabattmarken durch Christian Wulff seien endlich vorbei. Mit Joachim Gauck kann diesem Amt wieder Würde und Format zurückgegeben werden.

Ausführlich sprach Erler über die Situation Griechenlands und kritisierte deutlich die Rettungspolitik von "Merkosy". Das Land könne nicht mit Sparbeiträgen des kleinen Mannes saniert werden während sich an die Großen niemand heran traue. Griechenland brauche nicht nur ein Sparpaket, sondern auch eine Wachstumsstrategie. Eine solche sei aber nicht vorhanden.

Mit sozialdemokratischen Alternativen will Erler gegen die Finanzkrise, in die uns der globale Finanzkapitalismus geführt hat, vorgehen. Nichts hat sich geändert, denn nach wie vor wird wieder spekuliert wie vor der Krise von 2008 und den Folgejahren. Wenn die Blase wieder platzt, muss es wieder der kleine Mann bezahlen. Doch es gibt Mittel dagegen: Wie zum Beispiel die Finanztransaktionssteuer und das Verbot von Leerverkäufen. Man muss endlich an die Ursachen ran, auch wenn nicht alle EU-Länder mitmachen. Das ist, so Erler, die sozialdemokratische Antwort auf das ganze Krisengewirr.

Leidenschaftlich warb er für die konsequente Umsetzung der Energiewende. Hier hat die SPD schon vor Fukushima gehandelt und sie kämpft nun für das Abräumen der Stolpersteine auf dem Weg zur Energiewende.

Als erfahrener Außenpolitiker warf er natürlich auch einen profunden Blick auf den arabischen Frühling.
Wenige Wochen haben in Ländern wie Tunesien und Ägypten ausgereicht das zu erreichen, was westliche Staaten bis dahin mit ihrer Politik nicht geschafft haben.

Gernot Erlers gesamter Vortrag war überzeugend und er erhielt dafür lang anhaltenden Applaus.

 

Klaus Maier (MdL) und Josef Mischko (SPD-Kreisvorsitzender) hatten in ihren Beiträgen die Landespolitik im Fokus.
Auch nach der Abwahl der CDU-Regierung geht im Ländle die Sonne auf und wir stehen auf den verschiedenen Politikfeldern positiv da. Schritt für Schritt geht Baden-Württemberg in eine moderne, sozialdemokratisch bestimmte Zukunft, so lautete das Fazit.

 

 

Eine echte Überraschung an diesem Abend war,
dass Claudia Sünder die
baden-württembergische Integrationsministerin
Bilkay Öney mit nach Oberkochen brachte.
Sie wurde mit begeistertem Beifall begrüßt.

 

 

 

 

Musikalisch hervorragend umrahmt wurde die Veranstaltung von Simon Hirth (Gitarre) und Michael Schreiner (Saxophon).

 

 

(gh)