www.spd-oberkochen.de

Aus dem Stadtrat

Die Entscheidung für den EDEKA-Markt - eine Entscheidung für Oberkochen

Fragen und Antworten zur Entscheidung für den EDEKA-Markt im Baugebiet "Stahläcker"

"Der Bürgermeister zieht den Gemeinderat über den Tisch.", "Dass EDEKA aus Oberkochen weg geht, glaube ich nicht - die erpressen uns nur."

Bevor man solche Behauptungen aufstellt, sollte man sich einfach fragen, welchen Grund der Bürgermeister haben sollte, ohne Not den EDEKA-Markt in die Stahläcker zu verpflanzen? Was hätte er davon? Wozu also diese Aktion, wenn sie keinen ernsthaften Hintergrund hätte?
Die Äußerung "das glaube ich nicht" ist ein Totschlagargument, dem nichts entgegen zu setzen ist und das jede sachliche Diskussion im Keim erstickt. Im Übrigen ist die Stellungnahme des Bürgermeisters in "Bürger und Gemeinde", in dem er die Wegzugpläne von EDEKA darlegt, vom EDEKA-Gebietsleiter Otto mit unterzeichnet und somit nicht der Phantasie des Bürgermeisters entsprungen. Des weiteren zeigen Beispiele, dass Lebensmittelkonzerne solche Äußerungen durchaus ernst meinen: der EDEKA-Markt in Essingen ist aus diesem Grunde von Essingen nach Oberkochen gezogen, Gubi hat seinerzeit die Filiale in der Innenstadt wegen Platzmangel geschlossen und auch der frühere Grieser-Markt in der Walter-Bauersfeld-Straße schloss infolge mangelnder Erweiterungsmöglichkeiten.

 

"Braucht Oberkochen überhaupt einen solchen EDEKA-Markt? Was haben wir davon? Verhungern werden wir ohne EDEKA nicht."

Richtig: verhungern werden wir nicht. Aber die Antwort auf das "Brauchen" ist eindeutig JA! Eine Stadt der Größe Oberkochens kann nicht auf den einzigen Vollversorger mit Frischeangebot verzichten. Die Nachbargemeinden Essingen, Unterkochen und Königsbronn haben keinen solchen zentralen Markt, und die Einwohner bedauern es zutiefst. Sie würden sich die Finger nach einem solchen Markt abschlecken und müssten nicht immer nach auswärts fahren, wenn sie etwas Frisches kaufen möchten. Fragen Sie Einwohner und Gemeinderäte der genannten Orte!
Ein Markt in der geplanten Größe hätte außerdem Magnetfunktion. Käufer aus den benachbarten Gemeinden kämen nach Oberkochen. Die unabhängige Ludwigsburger Gesellschaft für Markt- und Absatzforschung geht sogar so weit, dass der neue EDEKA-Markt zur Stärkung der vorhandenen Geschäfte am Ort und sogar zu Ansiedlung neuer Geschäfte führen kann. Umso unverständlicher ist die ablehnende Haltung von Teilen des Gewerbe- und Handelsvereins.

 


Der geplante Standort mit Blick auf die Industrieansiedlungen mit Kaltwalzwerk, Gänsler etc.

 

"Warum baut man den EDEKA-Markt nicht in das neue Gewerbegebiet Richtung Königsbronn?"

Erstens: der Gemeinderat hat ganz bewusst bei der Aufstellung des Bebauungsplans für das Gewerbegebiet die Ansiedlung von Lebensmittelversorgern ausgeschlossen. Damit sollte verhindert werden, dass man dort Billiganbieter bauen lassen muss, die den Geschäften in Oberkochen "die Luft abdrehen" würden.
Zweitens: die Ansiedlung von Geschäften "auf der grünen Wiese" waren Fehler, die in den 70er Jahren gemacht wurden. Sie führten dazu, dass die Innenstädte ausbluteten und verödeten. Zahlreiche abschreckende Beispiele gibt es im Land.
Drittens: Wir müssen vor allem an die Menschen denken, die nicht auf ein Auto zurückgreifen können - in Oberkochen gibt es genügend alte und kranke Menschen. Sollen sie drei Kilometer ins Gewerbegebiet laufen und ihre Einkaufstaschen zurück schleppen? Frauen mit Kindern, Kinderwagen und Einkaufskorb .

 

"Oberkochen ist mit Lebensmittelmärkten bereits überversorgt!"

Das ist schlichtweg falsch! Zum einen gibt es keine Richtlinien die Gemeinden vorschreiben, wie viele Quadratmeter Verkaufsfläche erlaubt sind - entsprechende Veröffentlichungen sind falsch. Zum anderen können die Märkte Netto und Norma mit ihrem Angebot ohne Frischewaren nicht mit EDEKA verglichen werden. Sie decken einen völlig anderen Bereich ab.

 

"Was ist mit der Lärmbelästigung für die Anwohner, wenn der Markt rund um die Uhr beliefert wird?"

Die Behauptungen, der EDEKA-Markt habe "24 Stunden geöffnet" und werde "rund um die Uhr beliefert" sind grotesk und absurd. Der Laden wird nicht 24 Stunden geöffnet werden und die Belieferung wird wie jetzt auch während der Geschäftszeiten erfolgen. Beim jetzigen EDEKA-Markt liefern je nach Wochentag zwei bis vier LKW an - nur einer morgens vor 6 Uhr, keiner abends, keiner am Wochenende (schriftliche Auskunft durch Herrn Kubisch). Die Innenstadt wird also nicht im LKW-Verkehr ersticken. Einfaches Nachfragen hätte die Absurdität dieser Behauptung gezeigt.
Der PKW-Verkehr wird natürlich zunehmen, daran ist nichts zu beschönigen. Jedoch nicht so stark wie er durch den Bau der Ostspange abgenommen hat. Außerdem hat der Gemeinderat in seiner Sitzung am 22. Oktober 2007 auf Antrag der SPD-Fraktion beschlossen, beim Landratsamt "Tempo 30" für diesen Bereich zu beantragen oder zumindest bauliche Maßnahmen zu planen, die zu einer Reduzierung der Geschwindigkeit auf der "Rennstrecke" stadtauswärts führen sollen. Dadurch werden sowohl Lärm- als auch Abgasemission deutlich verringert werden.

 


Der geplante Standort für die Wohnbebauung mit Blick zur Stadtmitte

 

"Warum gibt man wertvolle Wohnbebauung mit Einfamilienhäusern für den EDEKA-Markt auf?"

Zunächst: die Bebauung des Gebietes "Stahläcker" mit Einzelhäusern war zwar kurz angedacht, aber nie ernsthaft geplant. Der Gemeinderat folgte auch hier einem Antrag der SPD-Fraktion, nachdem bei diesem so zentrumsnah gelegenen Platz eine verdichtete Bebauung vorgesehen werden soll. Stadtplanungen sehen allgemein vor, dass die Bebauung im Zentrum dicht ist und nach außen hin an Dichte abnimmt - Baugebiete mit Einzelhäusern befinden sich an der Peripherie.
Außerdem ist verdichtete Bauweise gerade für junge Familien wesentlich erschwinglicher als der Bau von Einfamilienhäusern. Dass Nachfrage nach solchem Wohneigentum besteht, zeigen ähnliche Objekte im Baugebiet "Eisweiher" an der Bahnhofstraße.

 

Fazit:

Auch beim Gewerbegebiet wurde der Gemeinderat kritisiert und sogar übelst als Totengräber der "Stadt im Grünen" beschimpft. Heute stellt sich heraus, dass diese Entscheidung richtig war. Ohne das Gewerbegebiet wäre Oberkochen heute so gut wie pleite (!). Nur mit den Steuergeldern aus dem Gewerbegebiet konnte die Dreißentalschule saniert, das Kinderhaus neu gebaut, das Gymnasium neu gestaltet werden und das dritte Kindergartenjahr kostenfrei eingerichtet werden. So haben vor allem Familien und Kinder davon profitiert. Von den hergerichteten Straßen, dem sanierten Rathaus und einer neuen Dreißentalhalle profitieren alle.
Und so ist auch die Entscheidung des Gemeinderates für den EDEKA-Markt in den "Stahläckern" weise und zukunftsorientiert. Sie stärkt die Infrastruktur und den Standort Oberkochen und kommt allen Oberkochener Bürgerinnen und Bürgern zugute. Auf Einzelinteressen zu Lasten der Allgemeinheit ist der Gemeinderat richtigerweise nicht eingegangen.

 

(rb)