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Stadtrat

Sommer-Interview mit Richard Burger

Über aktuelle Oberkochener Themen befragte Lothar Schell für die Schwäbische Post den SPD-Fraktionsvorsitzenden im Gemeinderat Richard Burger.

Herr Burger, was sind für Sie bedeutende Themen für die nächsten Jahre?

Wir müssen den Sanierungsstau auflösen. Im Vordergrund steht das Rathaus, das ja viel teurer wird als geplant. Weitere wichtige Themen sind die städtischen Wohnungen, der Neubau der Dreißentalhalle und die Zukunft des Kindergartens im Wiesenweg. Da wird die Stadt um einen Neubau nicht umhinkommen. Es geht darum, Oberkochen attraktiver zu machen und die Infrastruktur zu erhalten.

Was heißt das im Klartext?
Zunächst sind da Bildung und Kinderbetreuung zu nennen. Wir müssen ein schlüssiges Konzept anbieten von der Kleinkindbetreuung bis zum Abitur. Dies ist ein weicher Standortfaktor. Ganz wichtig ist der SPD das Thema Energieeffizienz. Wir haben im Haushalt einen dicken Brocken drin für Gebäude-Unterhaltung. Da heißt es in die Zukunft zu denken. Also nicht in erster Linie bei Personalkosten ansetzen, sondern in der Energie-Diskussion mutige Schritte gehen anstatt halbherzig zu agieren. Nicht immer nur Leerrohre reinlegen, der Mut zum Mehr muss her. Dazu gehört auch, dass die GEO fit gemacht wird für die Zukunft mit dem Angebot alternativer Energieformen.

Thema "Kleinkindbetreuung" - die katholische Kirche will jetzt auch "Krippenplätze"anbieten . . . . .
Bei der Klausurtagung war sich der Gemeinderat einig, dass die Kleinkind-Betreuung zentral ins Kinderhaus gehört. Ich habe Verständnis, dass die katholische Kirche mit ihrem Kindergarten Sankt Michael auch in die Zukunft denken muss. Aber die Kindergärten dürfen sich keine Konkurrenz machen. Da hilft nur der runde Tisch, nicht aneinander vorbeireden. Aber Priorität muss das Kinderhaus haben, da stehen Erfahrung und Know-How.

Die Gewerbesteuer boomt. Ist die Stadt gut vorbereitet auf eventuell magere Jahre?
Eindeutig ja. In fetten Steuerjahren hat die Stadt Schulden abgebaut. Am Ende des Jahres sind wir auf Null. Der Kämmerer hat sehr solide und konservativ-schwäbisch gewirtschaftet. Die Schleusen wurden in fetten Steuerjahren nie geöffnet. Die Stadt hat eine gute Sonderrücklage gebildet, aus deren Zinsen bei schwächerer Konjunktur durchaus Sanierungen bewerkstelligen kann.

Eine Sorge für Oberkochen ist die leichte Rückläufigkeit der Einwohnerzahl. So sehen Sie Möglichkeiten für Bauland?
Im noch nicht vorliegenden Flächennutzungsplan wurde alles ausgewiesen, was möglich ist. Viel ist das zugegebenermaßen nicht. Die SPD ist für die Bebauung beim Segelfliegerhäusle, wobei der Bolzplatz aber tabu ist. Auf der Heide in einem Gebietstausch mit der Stadt Aalen könnte sich eine Baumöglichkeit ergeben. Eventuell auch jenseits der Bundesstraße in Richtung Königsbronn.

Was liegt speziell der SPD-Fraktion noch am Herzen?
Der Kultur-Komplex. Wir haben eine halbe Stelle für einen Kulturreferenten gefordert und kein Gehör gefunden. Da werden wir weiter bohren. Man kann Kultur nicht einkaufen. Da braucht man den Kulturreferenten als Kontaktknüpfer und Strippenzieher, um ein Netzwerk auf die Beine zu stellen. Die Scheerer-Mühle mit dem Wirtschaftsgebäude könnte ein hervorragendes Kulturzentrum werden.