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Leserbrief von Dr. Eberhard Irion

Verwundert las ich am Freitagmorgen, in welcher Art und Weise im Gemeinderat Aalen über das Angebot der Stadt Oberkochen zum Kauf eines Waldstückes im Anschluss an das Baugebiet Heide in Oberkochen diskutiert wurde. Die Diskussion hatte wohl mit sachlicher Argumentation nichts zu tun. Vielmehr war es eine arrogante Abqualifizierung eines größeren Gremiums gegenüber einer kleineren Nachbarstadt. Was wurden da für Begriffe aus der unteren Schublade bemüht, um das Angebot aus Oberkochen madig zu machen: Die Grundstücke über dem Wasser brauchen wir nicht, wir haben ja schon die Wasserrechte. Da wird dann von Scheinangebot und Scheingefecht geredet und auch von "sittenwidrigem und unanständigem Angebot" gesprochen.
Und auch 2 Mio. Euro sind ja nichts "werthaftiges" für 20 Hektar Wald! (100 000 pro Hektar!!!!)

Welche Ängste müssen den Ortsvorsteher von Unterkochen plagen, wenn er befürchtet, dass Oberkochen am Ende ganz Unterkochen und Aalen kaufen würde!!!!
Oder ist es ganz einfach nur das Fehlen von Argumenten für einen Gebietstausch???

Wenn allerdings die Meinung besteht, dass Oberkochen sowieso schon viel zu groß sei und keine neuen Bauplätze brauche, dann liegt der Hintergedanke deutlich auf dem Tisch, dass man mit aller Kraft und Macht versucht, die Bauwilligen außerhalb Oberkochens anzusiedeln. Das hat dann allerdings nichts mit guten und fairen nachbarschaftlichen Verhältnissen zu tun. Auch Aalen und die Region profitieren von einem starken Oberkochen.
Einige Stellungnahmen im Gemeinderat gipfelten in der Aussage:
Oberkochen brauche weder ein weiteres Baugebiet auf der Heide noch ein Baugebiet im Wolfertstal.

Oberkochen ist eine Stadt im Grünen, eine kleine Stadt, von Wäldern umgeben. Es lebt sich gut in diesem Tal - wie gesagt von Wäldern umgeben. Und hier sind wir schon bei den Problemen die Oberkochen drücken. Eine Ausweisung von Baugebieten wird immer und in jeder Stadt ein Eingriff in die Natur sein. Das ist so in Aalen, in Unterkochen, in Oberkochen und wohin man auch schaut. Es ist richtig, dass versucht wird mit möglichst wenig Eingriffen in die Natur auszukommen. Nur: Was soll man tun, wenn die Möglichkeiten des Bauens erschöpft sind? Die noch vorhandenen Bauplätze in der Kernstadt - die in Privatbesitz sind - vielleicht enteignen??? Der Gemeinderat hat ein Baugebiet im Wolfertstal vorgesehen. Der Anfang des Wolfertstales ist ja bereits seit den1960-ercJahren bebaut, das so genannte Spitztal. Das vorgesehene Baugebiet liegt am Beginn des Wolfertstales, es handelt sich um eine Ackerfläche, die im Anschluss an das bereits bebaute Baugebiet "Spitztal" liegt und das nur 5% der Fläche des Wolfertstales ausmacht. Von einer Zerstörung des Wolfertstales kann keine Rede sein.

 

Dr. Eberhard Irion